Appointment Setter: was ist das und was macht man?
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RATGEBER FÜR FREELANCER8. September 20266 Min. LesezeitDaniel Teuschl

Appointment Setter: was ist das und was macht man?

Appointment Setter heißt auf Deutsch schlicht Terminierer. Was der Job umfasst, wie ein Arbeitstag aussieht, wann ein Termin als qualifiziert gilt und wie du ohne Vorerfahrung einsteigst.

Auf Deutsch
Terminierer
Ausbildung nötig
nein
Übliche Vergütung
pro Termin

Der Job in einem Satz

Du sprichst mit Leuten, die Interesse gezeigt haben, prüfst ob sie zum Angebot passen, und vereinbarst einen Termin für den Closer. Das ist der ganze Job.

Was daran oft verwirrt, ist der Name. "Appointment Setter" ist ein Anglizismus, der über amerikanische Coaching- und Agenturmodelle in den deutschen Markt gekommen ist. Auf Deutsch heißt die Rolle schlicht Terminierer oder Terminvereinbarer. In Stellenanzeigen findest du sie unter beiden Namen, oft auch verkürzt als "Setter".

Was der Job nicht ist

Kein Callcenter und in der Regel keine Kaltakquise. Die Leute, mit denen du sprichst, haben sich vorher gemeldet: über ein Formular, eine Anzeige, ein Webinar oder eine Nachricht auf Instagram. Sie wissen also grob, worum es geht. Deine Aufgabe ist zu klären, ob es passt — nicht, jemanden zu überreden.

Und du verkaufst nichts. Der Abschluss passiert im Termin danach, beim Closer. Deshalb wirst du auch nicht am Verkaufen gemessen, sondern an der Qualität der Termine, die du übergibst.

Die Rollen im Vergleich

Wenn du wissen willst, wie Setter, Closer, SDR und Full-Cycle zusammenhängen, steht das ausführlich hier.

Wie ein Arbeitstag aussieht

Die meisten Setter arbeiten in Blöcken statt über den Tag verteilt. Der Grund ist praktisch: Telefonieren kostet Anlauf, und wer alle zwanzig Minuten einmal anruft, fängt jedes Mal von vorn an.

Neue Anfragen kommen zuerst. Wer sich gerade gemeldet hat, ist jetzt erreichbar und in zwei Tagen wahrscheinlich nicht mehr. Danach die Nachfassliste, dann die Bestätigungen für Termine, die morgen anstehen.

Über welchen Kanal das läuft, hängt am Auftraggeber. Telefon ist verbreitet, WhatsApp und Instagram-Nachrichten sind es im Coaching-Umfeld genauso, E-Mail eher im B2B. Kläre vorher, was erwartet wird — davon hängt ab, wie dein Tag aussieht.

Der Teil, den niemand sieht, sind die Notizen. Der Closer geht mit dem ins Gespräch, was du aufgeschrieben hast. Wer der Interessent ist, welches Problem er geschildert hat, was er schon versucht hat, warum jetzt. Setter, deren Übergaben vollständig sind, bekommen die besseren Mandate — weil Closer sie beim Auftraggeber weiterempfehlen.

Was "qualifiziert" bedeutet

An diesem einen Wort hängt deine Abrechnung, deshalb lohnt es sich, es genau zu verstehen. Vier Fragen tauchen bei fast jedem Auftraggeber auf:

  • Hat der Interessent das Problem wirklich, für das es hier eine Lösung gibt?
  • Kann er über das Budget entscheiden, oder muss jemand anderes zustimmen?
  • Gibt es einen Zeitrahmen, oder ist es ein "irgendwann mal"?
  • Hat er den Termin verbindlich zugesagt und weiß er, worum es darin geht?

Lass dir diese Kriterien vor Beginn schriftlich geben. Das ist der häufigste Streitpunkt in Setter-Mandaten: Du hältst einen Termin für qualifiziert, der Auftraggeber nicht, und weil nichts festgehalten wurde, gewinnt die Diskussion niemand.

Zum selben Thema gehört die No-Show-Regelung. Wenn jemand nicht erscheint — wird der Termin trotzdem vergütet, gar nicht, oder nur beim ersten Mal? Frag das im Erstgespräch. Eine No-Show-Quote von einem Viertel ist nichts Ungewöhnliches, und ohne Regelung trägst du sie allein.

Wie bezahlt wird

Zwei Modelle sind üblich. Entweder ein fester Betrag pro qualifiziertem Termin, oder ein Anteil an dem Abschluss, den du vorbereitet hast. Manche Auftraggeber kombinieren beides: eine kleinere Summe pro Termin plus einen Anteil, wenn daraus ein Deal wird.

Was am Ende zusammenkommt, hängt weniger an deinem Talent als daran, wie viele Anfragen überhaupt hereinkommen und wie gut sie sind. Beides bestimmt der Auftraggeber, nicht du. Ein durchschnittlicher Setter mit dreißig Anfragen pro Woche kommt weiter als ein guter mit fünf.

Deshalb ist die nützlichste Frage im Erstgespräch nicht, was man verdienen kann, sondern: Wie viele neue Anfragen kommen pro Woche herein, und woher? Wer darauf keine Zahl nennen kann, weiß es entweder nicht oder will es nicht sagen. Beides ist ein Signal.

Eine Einkommenszahl, die genannt wird, bevor jemand deine Leads kennt, ist geraten.

Was du zum Einstieg brauchst

Technisch wenig: Laptop, ordentliches Headset, ruhiger Raum, stabile Verbindung. CRM und Kalender-Tool stellt normalerweise der Auftraggeber.

Formal noch weniger. Es gibt keine Ausbildung zum Appointment Setter, kein Zertifikat, das jemand verlangt, und keinen Abschluss, der vorausgesetzt wird. Das ist einer der Gründe, warum die Rolle als Einstieg in den Vertrieb funktioniert.

Was tatsächlich zählt: verständlich sprechen, zuhören statt abarbeiten, nachfassen ohne zu nerven, und ein Nein nicht persönlich nehmen. Wer aus Gastronomie, Einzelhandel oder Kundenservice kommt, hat davon meist mehr geübt, als im Lebenslauf steht.

Rechne damit, dass die ersten Wochen Lernzeit sind. Du wirst Gespräche führen, die schieflaufen, und Termine übergeben, die nicht halten, was du dachtest. Das ist normal und es wird schnell besser, weil du viele Gespräche am Tag führst.

Ein Mandat vorher prüfen

Rund um Setter- und Closer-Rollen gibt es Angebote, die keine Mandate sind, sondern Kurse. Drei Punkte trennen das eine vom anderen:

  • Ein Mandat kostet dich nichts. Keine Gebühr für Onboarding, Software, Bewerbung oder einen Platz im Pool.
  • Du bekommst Zugang zu Anfragen und einem Kalender, nicht zu Lernmaterial und einem Gruppenchat.
  • Kriterien und Vergütung stehen schriftlich, bevor du das erste Gespräch führst.
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